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Google macht ernst mit Social Networking – Google+

Google hat nun endlich einige seiner Dienste zusammengeführt und ein soziales Netzwerk angekündigt. Das Projekt Google+ integriert die fünf Hauptfunktionen Profiles, Circles, Sparks, Huddle, Hangouts sowie dem Bilderhochlade-Dienst Instant Uploads.

Der Ausgangspunkt und die Voraussetzung für die Teilnahme an Googles Netzwerk ist ein Google Profile. Dies ist ähnlich aufgebaut, wie bei anderen Netzwerken: Ein Profilbild, persönliche Daten, individuelle Beschreibungsmöglichkeit und Weiterleitungen auf andere Internetpräsenzen.

Die soziale Komponente liefert die Funktion Circles. Hier können alle Kontakte thematisch (bspw. nach Hobby, Familie, Beruf, Schule etc. ) verschiedenen Freundeskreisen zugeordnet werden. So soll es einfacher werden, Nachrichten an die richtigen Empfänger zu senden.

Was wäre ein Netzwerk ohne Inhalte, über die man sich austauschen kann. Sparks ist eine persönliche Suchmaschine. Die dort angezeigten Inhalte kann man teilen, empfehlen, kommentieren und als Aufhänger für Diskussionen nutzen.

Huddle ermöglicht die Kommunikation in einem Cricle mittels App für iPhone und Android. In dem Chat lassen sich schnell und unkompliziert Absprachen mit mehreren Teilnehmern treffen oder Themen diskutieren.

Mit Hangout lassen sich spontane Treffen per Videochat vereinbaren. Das könnte einer der wichtigen Vorteile von Google+ gegenüber seinen Konkurrenten werden. Weder in Facebook noch in den Business-Netzwerken ist Video-Chat möglich. Gerade diese persönliche Art der Kommunikation könnte beim Nutzer gut ankommen.

Besonders fällt auf, dass Google aus der ständigen Kritik an Facebook zum Thema Daten- und Persönlichkeitsschutz gelernt hat. Es ist möglich, aus der Sicht jedes Kontaktes das eigene Profil zu betrachten. So weiß jeder Nutzer genau, welche Informationen er nach außen kommuniziert. Interessant ist auch, dass bereits im einführenden Video erklärt wird, wie man aus dem Netzwerk wieder aussteigen kann – und dass man die Möglichkeit hat, über einen Download alle seine Daten mitzunehmen.

Trotzdem wird ganz in herkömmlicher Manier nicht darauf verzichtet, die persönlichen Daten des Nutzers intern zu sammeln – natürlich für einen guten Zweck. Google kündigt an: „Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.“ Aktuell ist Google+ nur für einige wenige Nutzer zugänglich. Wer also dabei sein möchte, muss sich zunächst anmelden und auf eine Einladung warten.

Wie es sich entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen. Die Experten sind geteilter Meinung. Einige sehen hier für Facebook eine berechtigte Konkurrenz, andere sagen, dass für Google auf der sozialen Ebene der Zug längst abgefahren sei. Generell ist jedoch zu sagen, dass Google+ das bisher vielversprechendste Produkt im Bereich Social Media ist, das der Suchmaschinenriese bisher auf den Markt gebracht hat.


Verfasst von Blanka Szczebak am 30. Juni 2011 - Trackback URL

7 Antworten zu “Google macht ernst mit Social Networking – Google+”

  1. Vielen Dank für diese erste sehr interessante Zusammenfassung der neuesten sozialen Pläne Googles. Das Kernproblem liegt für Google meiner Meinung nach in einem ganz einfachen Fakt: In der allgemeinen Wahrnehmung ist Google eine Suchmaschine, nicht mehr und nicht weniger. Es wird meiner Meinung nach viel Kraft und Überzeugungsarbeit kosten, den allgemeinen Surfer dazu zu bewegen, sich außer für die Mailservices bei Google einzuloggen. Auf der anderen Seite stehen gute Weiterentwicklungen von Facebook-Ideen. Wir dürfen gespannt sein, ob sich hier tatsächlich ein sozialer Zweikampf entwickeln wird.

  2. Worldeater sagt:

    Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier aber da Google der Dreh und Angelpunkt der Informationsgewinnung im Netz ist können sich bestimmt viele Menschen dafür entscheiden es gleich zu Verbinden. Ich glaube das die meisten Menschen das Web immernoch in erster Linie als Informationsquelle benutzen. Mit dem Circle Prinzip und dem daraus resultierenden „Trust-Faktor“ kann sich Facebook warm anziehen. Denn was den Menschen denen ich vertraue gefällt dem gebe ich persönlich mehr Gewicht. Da Facebook größtenteils zur Selbstdarstellung und Präsentation genutzt wird (abgesehen von Spielen und „echter“ Kommunikation) traue ich meinen angeblichen 200+ Freunden auf Facebook weniger als das meine Ausgewählten Circles es mir vermitteln.
    Google hat damit die Chance wie selbst angekündigt die Suche zu sensibilisieren. Und ich werde sicherlich mehr +1 Buttons als „Gefällt mir“ Buttons sehen… Das garantiert mir jede Serp. Das „Shareverhalten“ der User wird sich höchst(!) warscheinlich ändern, da ich Inhalte nun in Circles teile – klar.

    Das Alles sind für mich Gründe umzusteigen. Denn endlich kann ich Witz X über Z mit A – C Teilen ohne das B es mitbekommt. Alleine damit kann Google Druck auf Facebook ausüben. Und zu guter letzt haben wir hier immernoch Google… Wer weiss welche Auswirkungen +1 mal aufs Ranking haben werden…

    Guter Artikel!

  3. Blanka Szczebak sagt:

    Ich glaube Googles generelle Bekanntheit plus eine leichte Facebook-Übersättigung könnten für einen guten Start sorgen. Google muss nur dafür sorgen, dass die Nutzer sich nicht ausgepresst fühlen. Sobald das Thema Datenschutz wieder aufkommt, ist Google raus.

  4. Iris Vollmann sagt:

    Ich rechne Google als Network jedenfalls mehr Chancen zu als Facebook mit Rock Melt. Denn wie oben bereits erwähnt, auf Google ist man ja ohnehin ständig unterwegs. Zudem werden neue Funktionen geboten, während auf Facebook meiner Wahrnehmung nach schon lange nichts mehr passiert ist. Schöner Bericht.

  5. Blanka Szczebak sagt:

    Hmm… naja mit einem Browser wie RockMelt ist man auch ständig unterwegs und Google+ ist ja nicht die Google Suche. Das muss man schon unterscheiden meiner Meinung nach.

    Ach übrigens Facebook ist ja nicht von gestern und hat sich bereits schon wieder einiges einfallen lassen:

    Zum ersten hat Zuckerberg bereits angekündigt, dass es ein „fantastisches“ neues Feature geben wird, welches er morgen live auf Facebook verkünden wird. Die Grüchteküche spricht von einem VideoChat á la „Hangout“.

    Hinzu kommt eine ganz witzige, aber nicht unbedingt notwendige Funktion namens „Circle Hack“. Developer von Facebook haben sich den Freundeslisten angenommen und mittels JavaScript das Bedienkonzept der Circles nach Facebook übertragen. Leider ist es nur eine App und nicht in die offizielle Oberfläche integriert.