Unternehmen> Lösungen > Referenzen > Karriere > Presse > Kontakt

Facebook vs. Datenschützer – der ewige Krieg in Europa

Wütende Proteste: Erst seit einigen Tagen bietet das soziale Netzwerk Facebook seinen neuen Dienst der Gesichtserkennung in Deutschland an. Ein Dienst, der Usern dabei hilft, Freunde automatisch auf Bildern zu markieren und den Profilen zuordnet. In den USA ist der Dienst längst etabliert. In Europa sorgt er hingegen füreinen Aufschrei unter von Datenschützern.

Wie wird’s gemacht?

Sobald ein Nutzer ein neues Bild online stellt, wird es mit den eigenen Facebook-Freunden automatisiert abgeglichen. Wird ein Gesicht vom Programm scheinbar erkannt, wird die entsprechende Person zur Markierung vorgeschlagen. In den Privatsphären-Einstellungen lässt sich festlegen, wer die Markierungen sehen darf. Markierungen lassen sich zudem mit einem Klick entfernen.

Dank der neuen Funktion solle man sich, laut Facebook, in größeren Bildersammlungen besser zurechtfinden und sich auch selbst auf Fotos von Freunden finden. Vorher hätten sich User beschwert, dass die Namensmarkierungen auf den Bildern stets manuell vorgenommen werden mussten.

Facebook und seine Informationspolotik

Bereits seit Dezember 2010 ist die Funktion in den USA freigeschaltet. Nun wurde sie auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern aktiviert, standardmäßig versteht sich. Die User-Gemeinde wurde über die Neuerungen jedoch nicht in Kenntnis gesetzt. Lediglich ein kleines Update im offiziellen Blog (https://blog.facebook.com/blog.php?post=467145887130) der Seite meldete am Dienstag die automatische Gesichtserkennung.

Der Widerstand

Zahlreiche User hatten bis Dato bereits reagiert und kritisierten das Vorgehen Facebooks. Stimmen wurden laut, dass Facebook die Online-Privatsphäre seiner Mitglieder scheinbar erneut heimlich untergrabe, so Graham Cluley im Unternehmensblog der Sicherheitsfirma Sophos. Aber auch andere beschwerten sich, dass Facebook die Entscheidung über die Nutzung der neuen Funktion nicht in Nutzerhand gebe.

Johannes Casper, Hamburger Datenschutzbeauftragter, teilte zur neuen Facebook-Funktion mit, dass er auf datenschutzfreundliche Voreinstellungen gehofft hatte. Er findet das System für den einzelnen User intransparent. Weiter sagte er: „Mit dieser Technik wird eine neue Ebene betreten – wo endet das? Werden demnächst auch Freunde von Freunden mit einbezogen? Da gibt es keine verlässlichen Regelungen.“

Aus Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsgründen sind automatische Gesichtserkennungen immer wieder von Datenschützern umstritten, trotz der mittlerweile einfachen Technik. Für die Android-Handys entwickelte auch Google eine automatische Gesichtserkennungstechnologie. Der Interkonzern hält die Funktion aus Datenschutzgründen jedoch zurück. Mit der verwandten App Google Goggles können lediglich Bauwerke und Gegenstände automatisiert erkannt werden.

Als Reaktion auf die Widerstände hat sich Facebook bereits entschuldigt. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit: „Wir hätten es den Menschen deutlicher machen sollen, dass ihnen die Funktion jetzt zur Verfügung steht.“

Ein bitterer Beigeschmack wird jedoch weiterhin bleiben. Es war nicht das erste Mal, dass Facebook aus Datenschutzgründen in der Kritik stand und es wird sicherlich auch nicht das letzte Mal gewesen sein!


Verfasst von Marc Hartung-Knöfler am 10. Juni 2011 - Trackback URL

Über Marc Hartung-Knöfler

Marc Hartung-Knöfler zeigt sich bei plateo für die administrative Betreuung der Geschäftskunden verantwortlich und engagiert sich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Als einer der Ausbildungsbeauftragten des Unternehmens fungiert er als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses 12 Bürokaufleute der IHK Offenbach am Main.

2 Antworten zu “Facebook vs. Datenschützer – der ewige Krieg in Europa”

  1. Danke für diese Zusammenfassung. Ich persönlich freue mich, wenn neue technische Errungenschaften kostenfrei angeboten werden. Sie dürfen einem aber nicht aufgezwängt werden, so wie es in diesem Fall schon wieder der Fall war. Darum habe ich die Gesichtserkennung erst einmal kategorisch abgestellt und beobachte, was in den nächsten Wochen passiert.

    VG
    Daniel

  2. Iris Vollmann sagt:

    Das ist schon ein gruseliges Thema, ich fühle mich dabei nicht wohl. Und dass man ja seine Einstellungen ändern kann – na ja – ein schwacher Tost, denn da muss ich mich schließlich erst einmal zurechtfinden.