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Alles nur geklaut? – „Gefällt mir“ nun auch bei Google

Google Plus One„Das ist cool“ – so lautet die deutsche Übersetzung des Kürzels „+1“ in der digitalen Welt der USA. Seit kurzer Zeit steht dieser Begriff nun auch für die neuste Erfindung des Suchmaschinengiganten Google, der als eine Art Empfehlungsdienst verstanden werden will.

Die neuen +1-Buttons erscheinen in den Suchergebnissen und Anzeigen auf Googles Trefferlisten und ermöglichen den Usern ihre Befürwortung für die jeweilige Seite auszusprechen. Für die Nutzung des neuen Empfehlungsdienstes wird jedoch ein aktives Google-Profil vorausgesetzt. Die neue Funktion steht zunächst nur einigen Nutzern in den Vereinigten Staaten zur Verfügung. Zwar wird der Plus-Knopf erst zu einem späteren Zeitpunkt in Deutschland auftauchen, aber auf einer speziellen Seite kann +1 schon vorab freigeschaltet werden.

Wer hat´s erfunden?
Schaut man sich das neue Konzept des Suchmaschinenbetreibers Google auf den ersten Blick an wird eines schnell klar: Ganz neu ist die Idee nicht. Das „Finde ich klasse, klick ich an“-Prinzip ist klar von Facebook und dessen „Gefällt-mir“-Button abgekupfert. Googles Konterversuch hat jedoch auch einen großen Haken: Die Aktion „plusoned“ ist unaussprechbar. Nach jedem Klick des +1-Knopfes erscheint: „You +1´d this publicly“ – Übersetzt: „Sie haben das öffentlich“ ? – tja, was eigentlich – gplust? Addiert? Empfohlen? Es fehlt das deutsche Verb.

Matt Cutts, Google-Guru, machte in seiner Rede zur Vorstellung des neuen sozialen Empfehlungsdienstes Google +1 unbewusst deutlich, dass es sich eigentlich mehr oder weniger um ein Duplikat zum Facebook-Gegenstück handelt. Zwar blieb Cutts in seiner Rede der Google-Terminologie treu und sprach davon, dass Google-Anzeigen, Suchergebnisse und Webseiten „plusoned“ werden, aber ein Versprecher entlarvte ihn letztendlich doch; so rutschte ihm in einem Satz eine typische Facebook-Vokabel über die Lippen: „wenn man eine Seite geliked hat“.

Der feine Unterschied
Worin liegt der Unterschied zwischen Googles +1-Angebot und Facebooks Mag-ich-Strategie? Während Facebook-Nutzer mit dem „Gefällt-mir“-Button schnell und unkompliziert Fotos, Texte und Kommentare und Webseiten anderer loben, passiert beim Klick auf den +1-Schalter folgendes:

– Das angekreuzte Suchergebnis ist im eigenen Google-Profil auf einer Merkliste hinterlegt. Die Merkliste der plusoned ist zunächst für einen selbst ersichtlich, kann aber auf Wunsch auch veröffentlicht werden. Empfehlungen lassen sich nachträglich von der Liste auch wieder streichen.

– Wurde eine Webseite markiert und ein verlinkter Netzbekannter sucht in der entsprechenden Rubrik, erhält er in seiner Ergebnisanzeige unter dem Treffer einen Hinweis wie z.B.: „Max Sucher +1´d this“. Darüber hinaus sieht der Nutzer das öffentliche Profilbild seines verlinkten Bekannten. Sind die beiden Nutzer nicht miteinander verknüpft, ist nur zu sehen, dass irgendjemand die Seite für gut befindet.

– Gleiches Prinzip gilt für Googles AdWords-Anzeigen. Wichtig dabei ist, dass man nicht unbedingt die Google-Anzeige für gut befinden muss. Die Aktion „plusoned“ überträgt sich vom organischen Suchergebnis auch auf die Anzeige und umgekehrt. Dies könnte vor allem für Werbetreibenden spannend sein. Das Markieren von Werbeanzeigen ändert die Berechnung des Qualitätsfaktors jedoch nicht.

Netzbekannte sind für Google zunächst alle Personen mit Google Profil, die im Google-Mail-Adressbuch, der Google-Kontaktliste des Chatprogramms Talk erscheinen oder denen man im Google Buzz oder Reader folgt. Anderweitige Verknüpfungen, wie beispielsweise Kontakte aus Twitter, sollen zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden.

Daran sieht man, dass es zwischen Facebook und Google eine unterschiedliche Auffassung von Netzbekanntschaften gibt. So entspringt diese bei Google nicht zwangsläufig der Gegenseitigkeit. Äußerungen anderer können verfolgt werden, ohne dass es einer Zustimmung beider bedarf. Weiter gibt es bei Google auch keine Kontaktanfragen und Abstufungsmöglichkeiten im Profil.

Alles Facebook, oder was?
Die Frage, ob sich Google nun auch in ein soziales Netzwerk verwandelt, lässt sich sicherlich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Die neuen +1-Schaltflächen sind als Erweiterungen des großen Google-Angebotes zu betrachten, um die Ergebnisanzeigen zielorientierter auszurichten. Es existiert kein Forum in dem Nutzer diskutieren, anpreisen oder sich mitteilen können. Zunächst wird Google also weiterhin aus Suchmaske und Trefferlisten bestehen.

Deine Meinung interessiert uns – Was denkst Du über Googles +1-Angebot? Sag uns also deine Meinung und diskutiere mit!


Verfasst von Marc Hartung-Knöfler am 7. April 2011 - Trackback URL

Über Marc Hartung-Knöfler

Marc Hartung-Knöfler zeigt sich bei plateo für die administrative Betreuung der Geschäftskunden verantwortlich und engagiert sich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Als einer der Ausbildungsbeauftragten des Unternehmens fungiert er als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses 12 Bürokaufleute der IHK Offenbach am Main.

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