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Eine Sternstunde des Börsengangs: LinkedIn zieht an allen vorbei

LinkedIn sorgte am vergangen Donnerstag für einen fulminanten Börsenstart in New York. Der Ansturm auf die Aktien war so groß, dass sich bereits nach wenigen Stunden der Marktwert mehr als verdoppelte. Mit einem kurzzeitigen Höchstpreis von 120 US-Dollar war das Online-Netzwerk knapp zwölf Milliarden US-Dollar (ca. acht Milliarden Euro) schwer. Zum Vergleich: Nicht einmal die Lufthansa oder die Commerzbank erreichen diesen Wert. Bei Börsenschluss pendelte sich der Kurs bei 94 Dollar ein, was dem Konzern LinkedIn einen Wert von neun Milliarden US-Dollar beschert. Taxiert wurde der Kurs der Aktie von seinen Alteigentümer zu 45 Dollar.

Hochmut kommt vor dem Fall?

Bereits so kurz nach dem Börsenstart hört man schon das Wort „Blase“. Bei einem Umsatz von 243 Millionen US-Dollar bei 100 Millionen Mitgliedern erzielte LinkedIn einen schmalen Gewinn von 15 Millionen Dollar.

Alles eine Frage der Strategie

Kritik ist schnell ausgesprochen, doch man muss LinkedIn zugestehen: Der Börsengang war gut abgepasst! Die magische Zahl von 100 Millionen Mitgliedern wurde erst vor zwei Monaten erreicht. Ausreichend Zeit, um damit positive PR zu verbreiten. Und LinkedIn wusste dies zu nutzen. Beispielsweise nutze man den eigenen Blog, um auf viele Top-Manager bei LinkedIn hinzuweisen oder auf jene Weltkonzerne mit den meisten Usern im Online-Netzwerk.

Wie ist der weitere Plan von LinkedIn?

Zunächst wird das Netzwerk Aktien für knapp 353 Millionen US-Dollar unter die Anleger bringen. Im zweiten Schritt, nach Ausschöpfung des Kontingentes, können weitere 53 Millionen US-Dollar mit zusätzlichen Papieren von den beteiligten Banken eingesammelt werden. Dem Alteigentümer von LinkedIn würden somit fast 406 Millionen Dollar zufließen. In Etappen dürften dann die restlichen Aktien an die Börse gelangen. Die Alteigentümer des Konzerns sind vor allem Reid Hoffmann, Mitbegründer mit 21,2 Prozent sowie zusammen mit 39,4 Prozent die Finanzinvestoren Swquoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Venture Partners.

Der Gang zur Börse

Neben LinkedIn stehen zeitnah die Börsengänge von Facebook, Twitter, Groupon und Zynga an. Es wird spannend zu beobachten sein, mit welchen Summen die Konzerne an der Börse bewertet werden. Twitter mit rund 300 Millionen Mitgliedern könnte den Börsenstart von LinkedIn bereits übertreffen, an den Börsengang von Facebook mit fast 700 Millionen Mitgliedern gar nicht zu denken. Wie war das nochmal mit der Blase?


Verfasst von Marc Hartung-Knöfler am 23. Mai 2011 - Trackback URL

Über Marc Hartung-Knöfler

Marc Hartung-Knöfler zeigt sich bei plateo für die administrative Betreuung der Geschäftskunden verantwortlich und engagiert sich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Als einer der Ausbildungsbeauftragten des Unternehmens fungiert er als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses 12 Bürokaufleute der IHK Offenbach am Main.

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