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Facebook-Fanseiten: Bei Risiken und Nebenwirkungen

Unter Markenartikeln gehört eine eigene Facebook-Fanseite inzwischen zum Standardrepertoire. Treue Kunden, die ihre Liebe zu einem Unternehmen oder Produkt bekunden und das ganz freiwillig, sind unbezahlbar. Konzerne wie Starbucks oder Coca-Cola können sich diesbezüglich glücklich schätzen: 6,5 Millionen Fans sind der Kaffeekette verfallen und gut fünf Millionen lieben das koffeinhaltige Erfrischungsgetränk. Die Konzerne danken es ihren Fans in Form von Erstinformationen, Gewinnspielen und Wettbewerben.

Eine Fanpage erstellen dauert nicht länger als ein Fertiggericht

In wenigen Minuten ist eine Fanseite erstellt. Mitteilungen, Bilder und Videos können dort veröffentlicht und von den Fans kommentiert werden. Auch Nutzer können Bilder und Videos hochladen und haben in der Regel keine Einschränkungen. Zwar können Funktionen für Fans eingeschränkt werden, aber der Reiz eines offenen Dialoges würde dabei verloren gehen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

So toll ein offener Dialog auch sein kann – er verbirgt auch Nachteile. Denn was passiert, wenn die zuvor treue Fangemeinde sich auf einmal gegen einen wendet? Die jahrelang aufgebaute Web-Community kann schnell ruiniert sein. Da Facebook keine Filterfunktion für Administratoren vorsieht, kann jeder User Mitglied einer Fanseite werden. Somit können sich auch schnell schwarze Schafe unter die Fan-Herde mischen, um den Krieg dorthin zu tragen, wo die Fans sind.

Nestlé und seine schmerzhafte Erfahrung mit Facebook

Dass eine Fanseite nicht nur Vorteile mit sich bringt musste Nestlé bereits spüren. Greenpeace startete Mitte März eine Kampagne gegen den Schweizer Lebensmittelhersteller. Der Vorwurf: Nestlé verwende für die Herstellung der Kikat-Riegel Palmöl, für welches der indonesische Regenwald abgeholzt werde. Dieser ist einer der letzten Rückzugsorte bedrohter Orang-Utans. Schlussfolgerung: Nestlé ist ein Tiermörder. Doch stichhaltige Belege für die Unterstellung hatten die Umweltschützer nicht. Offenbar enthält Kitkat nicht einmal ein Prozent Palmöl. Greenpeace hinderte dies aber nicht medienwirksam alle Register zu ziehen. Massenhaft verbreitete Greenpeace ein erstelltes Video, in dem sich ein Kitkat-Riegel während des Essens als abgetrennter Menschenaffen-Finger herausstellt. Umweltschützer installierten eine Twitterwall vor Netslés Deutschlandzentrale und die Facebook-Seiten wurden auf Korn genommen. Schnell verbreitete sich die Geschichte über Blogs und Twitter und wurde ausgeschlachtet. Auffällig bei der ganzen Aktion: Bereits vor der Kampagne wurden massenhaft Kommentare auf die Nestlé-Seite geschrieben, die zu einem Boykott der Firma aufriefen. Die sogenannten Fans hatten sogar ihr Profilbild gegen ein abgeändertes Kitkat-Logo ausgetauscht auf dem das Wort „Killer“ zu lesen war.

Was tun bei Angriffen auf der eigenen Fanpage?

Prinzipiell gilt: Wahrhaftigkeit und Diskussionsbereitschaft lohnt sich! Viele Fans sind bereit sich mit „ihrer“ Marke auseinanderzusetzen, wenn man Stellung bezieht und offen diskutiert. Unruhestifter manuell von den Fanseiten zu verbannen oder Drohungen auszusprechen bringen oftmals nur noch mehr Ärger mit sich und vor allem: Sie verärgern die wirklichen Fans.

Und die Moral von der Geschicht

Social Media macht Sinn, aber nur bunt zu sein, reicht dabei nicht aus. Das erfolgreiche Betreiben einer Fanpage macht viel Arbeit und kostet Zeit. Mit einer passenden PR-Strategie kann man sich viel Stress ersparen!


Verfasst von Marc Hartung-Knöfler am 20. Mai 2011 - Trackback URL

Über Marc Hartung-Knöfler

Marc Hartung-Knöfler zeigt sich bei plateo für die administrative Betreuung der Geschäftskunden verantwortlich und engagiert sich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Als einer der Ausbildungsbeauftragten des Unternehmens fungiert er als stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses 12 Bürokaufleute der IHK Offenbach am Main.

Eine Antwort zu “Facebook-Fanseiten: Bei Risiken und Nebenwirkungen”

  1. Das ist ein toller Beitrag. Ich stimmt vollkommen überein. Eine Fanpage ist eine tolle Sache, aber ohne gut durchdachte Strategie, sollten lieber die Finger davon gelassen werden. Der Dialog mit Kunden und Fans hat sehr viele gute Seiten, so werden die Risiken häufig außer Acht gelassen. Im größeren Rahmen müssen Profis ans Werk – das ist klar!